Dienstag, 23. August 2016

Erkenntnis der Woche 41

Erkenntnis der Woche in Rurrenabaque, Bolivia

Die Bolivianer sind sehr zurückhaltend. Während man in Peru und speziell in Cusco regelrecht von Händlern belagert wird, muss man in Bolivien auf die Händler zugehen um Informationen zu bekommen. Sie sind sehr leise und wirken manchmal etwas schüchtern. Aber trotzdem sind sie nett.

Erika kann einfach immer gut kochen. Ob Mama Erika in Beuggen oder Erika in der Madidi Jungle Lodge – mit diesem Namen kann man gut kochen. Die Erika in Bolivien hat uns nämlich jeden Tag 3 sehr leckere Mahlzeiten gekocht. Aber keine Sorge Mama Erika – Spätzle mit Tomatensosse ist immer noch eins besser.


Sandfliegen sind echt fies. Während des Fischens dachten sich Karin und Geri, es wäre doch eine gute Idee wie die Einheimischen barfuss zu fischen. Nun dies war eine blöde Idee, denn 30 Minuten später waren wir beide völlig von Sandfliegen zerstochen. Jeder zählte über 200 Bisse und unsere Beine sollten in den nächsten Tagen anschwellen und fürchterlich wehtun, so dass selbst das Laufen zur Qual wurde. Und wir hatten zu Beginn Angst vor Moskitos …

The Big Fish

2016/07/31 – Madidi Jungle, Rurrenabaque, Bolivia


Nun kam die Zeit von der Meistercatfischerin Karin. Auf dem Heimweg unserer Santa Rosa Tour ging es noch darum, das Abendessen zu fangen, da es abends das traditionelle „Dunucuabi“, ein Catfish-Curry, geben sollte. Die Männer hatten bereits einige Lachse gefangen und dann warf Karin die Leinen aus. Schwupps war der erste dran und die Kleine musste ganz schön kämpfen um den Brocken an Land zu ziehen. Zweiter Auswurf, 2 Minuten warten und der zweite Catfish zappelte an der Leine. Noch ein wenig später und Nummer drei war an Land. Die Männer konnten es fast nicht glauben, freuten sich aber riesig, dass ein so kleines und zartes Mädel keine Scheu hatte die Fische an Land zu ziehen. Aber auch Geri‘s Unterstützung zu diesen Fängen soll nicht vergessen werden, denn irgendjemand musste schliesslich auch die Würmer „fangen“.








Piranhas und Kaimane

2016/07/29 – Madidi Jungle, Rurrenabaque, Bolivia

Tiere füttern mal anders. Im Santa Rosa See und an einem weiteren Tümpel durften wir uns am Piranhafischen probieren. Während Geri einen Kleinen aus dem Wasser zog, musste sich Karin mit einer Sardelle begnügen. Aber ihre Zeit sollte noch kommen. Simon hingegen zog einen nach dem anderen aus dem Wasser und machte sich noch eine Spass daraus die Kaimane zu ärgern. Aber spitzte Zähnchen haben die kleinen Biester. 








Donito

2016/07/28 – Madidi Jungle, Rurrenabaque, Bolivia

Er war wohl eines der Highlights im Dschungel - Donito. Auf unserer ersten Wanderung kam ganz gemütlich ein Tier auf uns zu und wir sagten noch „Mann, das ist doch ein Tapir!“. Die nächsten Sätze waren dann „Warum kommt der direkt auf uns zu.“ und „Warum lässt der sich anfassen?“. Später stellte sich heraus, dass der Tapir zwar in der Wildnis lebt, aber vor 2 Jahren von Hand aufgezogen werden musste, weil die Mutter von einem Jaguar getötet wurde. Deswegen war er so zutraulich und hat auch einen Namen, Donito (Oder Tony wie die Holländer sagen). Donito folgte uns während der ganzen Wanderung und zwickte immer denjenigen in den Hintern, der zuletzt lief. Ein super lustiges und Tier.









Wer sein Boot liebt, der schiebt

2016/07/28 – Madidi Jungle, Rurrenabaque, Bolivia

Auf unseren Bootstouren durch den kleineren Tuichi-River blieb das Boot ab und zu auf Kiesbänken hängen, da zu dieser Zeit relativ wenig Wasser vorhanden war. Dies bedeutete für die Bootsmannschaft inklusive der Guides trotz Kaimanen (sind nur Fischfresser!) „Ab ins Wasser und schieben“. Das Boot musste dann wieder in fahrtüchtiges Wasser geschoben oder gestakt werden. Lustig, lustig.





In the Jungle, the mighty Jungle

2016/07/28 – 2016/08/01 – Madidi Jungle, Bolivia

Abenteuer Amazonas. Diesen kleinen Traum haben wir uns also in Bolivien erfüllt. Mit unserem Operator „Madidi Jungle Lodge“ haben wir einen sehr guten Anbieter ausgesucht. Die Lodge wird von einem indigenen Stamm betrieben, alles sehr authentisch und natürlich.

Am ersten Morgen ging es mit Jasmin, einer weiteren deutschen Touristin, Simon unserem Guide für die nächsten 5 Tage und der Bootsbesatzung los. Mit einem Langboot schipperten wir auf dem Beni und dem Tuichi River mitten durch den Dschungel etwa 3 Stunden lang zu unserer Lodge. Unterwegs sind wir vielen wilden Vögeln und einigen Kaimanen begegnet. Die  Lodge selber war unglaublich schön, obwohl fast den ganzen Tag keine Elektrizität vorhanden war. Telefon und Internet natürlich auch Fehlanzeige, denn die einzige Kommunikation zur Zivilisation war ein Funk! Wir drei Deutschen waren in schicken Einzelhütten mit Hängematten untergebracht. Die Mahlzeiten wurden mit den anderen Gruppen eingenommen, so dass die Touren in kleinen Gruppen unternommen werden konnten, das Essen aber jedes Mal gesellig war.

Wir haben mit Simon viele verschiedene und interessante Wanderungen mitten durch den Dschungel unternommen. Wenn unser Guide, der im Urwald aufwuchs, ein Tier „witterte“, dann ging es querfeldein durch den Dschungel, man ist gerannt und geschlichen, hat Fussspuren gesehen, die Tiere gehört und manchmal auch gerochen („I can smell pigs!“). Die Hikes waren eine super tolle Erfahrung, weil die Natur auf so vielfältige Weise wahrgenommen werden konnte. Sehen, Hören, Riechen, Fühlen … der Dschungel mit seinen Pflanzen und Tieren ist einfach atemberaubend. Gesehen haben wir viele Vögel wie Aras und Tucane oder Affen wie der Kapuzineraffe oder das Löwenkopfäffchen. Neben den örtlichen Wildschweinen, den Pekaris, den riesigen Meerschweinen, den Capybaras sahen wir noch den seltenen Riesenotter. Und noch viele weitere grossen und kleine Tiere. Witzig waren auch der Garlic Tree und der Walking Tree. Während der Walking Tree ein Baum ist, der sich fortbewegen kann um einen besseren Sonnenstandort zu bekommen, ist beim Garlic Tree der Name Programm. Es riecht unglaublich intensiv nach Knoblauch, wenn ein solcher Baum in der Nähe ist. Puh.

Das Geschick von Simon ist ebenfalls unglaublich. Er hört und sieht die Tiere zu einem Zeitpunkt und in einer Entfernung, da können wir nicht einmal mit dem Fernglas mithalten. Die Krönung war das Aufspüren der Brüllaffen, da diese „Lazy Monkeys“ meistens nur faul in den Bäumen herumliegen und sich nicht bewegen, sind sie sehr schwer auszumachen. Plötzlich sagte Simon „I can smell monkeys!“, rennt weg, schaut nach oben und sagt „there they are“ … und da waren sie wirklich. Häh!!! Wie ging das denn bitte??? Sehr beeindruckend der kleine Mann.

Eine Abwechslung zu den Wanderungen bot neben einer nächtlichen Wanderung durch den stockdunklen Urwald (Wir sahen übrigens riesige Taranteln!) noch das Tubing im Fluss in einem alten LKW-Reifen. Eine besondere Tour war am letzten Tag, der Ausflug zum Santa Rosa See, auf der wir wildes Bootfahren, Wandern, Kanufahren, Piranha- und Catfish-Fischen miteinander kombinierten. Sehr schöner Ausflug.

Alles in allem war der Besuch auf der Lodge und im Madidi Dschungel eine unglaubliche Erfahrung. Das Wandern durch den Urwald hatte etwas Beruhigendes und Meditatives. Sehr, sehr schön.






Madidi Jungle Lodge


Kapuzineraffe


Black Hawk



Blattschneiderameisen

Riesenotter



Pekaris - erst riecht und dann hört man sie



Handtellergrosse Tarantel


Leoncito oder Löwenkopfäffchen


Tucan

Tubing in Tuichi River

Capybara - ein riesiges Meerschweinchen



Santa Rosa Lake

Unser Guide Simon



Brüllaffe - oder gemäss Simon der "Lazy Monkey"

Dutzende Aras


Die wandelnden Bäume