Freitag, 19. Februar 2016

Wo ist Familie Cassowary?

2016/02/09 – 2016/02/15 – Cairns to Mission Beach, Queensland, Australia
In Cairns hatten wir uns für ein Appartment bei Tony über Airbnb entschieden. Da wir den Camper erst in 4 Tagen übernehmen würden, blieben wir einfach im Appartment und machten Touren mit einem kleinen Mietauto. In den nächsten paar Tagen liessen wir es aber etwas ruhiger angehen. Ein Wäsche- und Kommunikationstag wurden eingelegt und wir informierten uns im Touristikbüro in Cairns über die „Things-To-Do“ in der Region. Auch hier war ein Tony, der uns alles über die Region erzählte und uns unzählige Tipps und Strassenkarten mitgab.
Touren gab es dann zu den Crystal Cascades und nach Kuranda. In Kuranda allerdings mussten wir erst einmal einen Schock verdauen. Wir glauben nämlich, dass eine so hohe Dichte an Chinesen sonst nur in China selber auftritt. Unglaublich. Da zu dieser Zeit das chinesische Neujahr gefeiert wird und Kuranda wohl einer der touristischen Hotspots ist (ausserdem gut mit dem Bus erreichbar, da der Chinese ja nicht gerne läuft), waren einfach überall Chinesen. Nach 2 Stunden hatten wir dann auch genug und mussten den Ort wieder verlassen.
Am nächsten Tag freuten wir uns dann auf unseren Camper, der nun einen Ticken besser ausgestatten war als der im Outback. Ein grösseres Bett, ein Gasherd und „Ta da“ ein Kühlschrank. Der sollte sich im heissen Australien noch als nützlich erweisen. Denn neben kaltem Wasser und gekühlter Lebensmittel gab es dann immer abends schönes kaltes Bierchen. Toll.
Nachdem wir alle Vorräte aufgefrischt hatten, starteten wir unseren Roadtrip von Cains nach Melbourne. Auf in die grosse Freiheit. Auf der ersten Etappe sind wir über den Daintree National Park in Norden und über die Atherton Tablelands im Westen nach Mission Beach gefahren.
Der Daintree ist ein unglaublich wilder Regenwald, der nur per Fähre zu erreichen ist. So viel ursprüngliche Natur (es ist der älteste Regenwald der Welt) sieht man fast nirgends mehr auf der Erde. Und dann das Cape Tribulation. Eine Bucht mit einem Sandstrand wie im Paradies. Wahnsinnig schön. Der Einzige, der das Gesamtbild trübte war der Cassowary (riesiger Laufvogel). Der wurde uns auf zig Warn- und Hinweisschildern angekündigt, so dass wir dachten, der läuft hier überall rum. Aber leider sahen wir keinen einzigen (Natur eben). Schnief.
Danach gings weiter in die Tablelands. In Mareeba landeten wir dann beim Granite Gorge Nature Park, wo wir den Camper abstellen konnten. Hier gab es wilde (oder zumindest halbwilde) Rock Wallabys, die sich füttern und streicheln liessen. Abends sassen wir mit 2 deutschen Backpackern (Sharron und David) zusammen. Sie berichteten uns über ihre tollen Erlebnisse. Wir waren beeindruckt und finden es mutig und empfehlenswert, so ein „Work and Travel“ Jahr zu machen.
In den nächsten beiden Tagen haben wir die Tablelands erkundet. Neben einer Rum und Gin Destination bei der Mt. Uncle Distillery (der Gin war super!!) gab es viel viel Natur zu sehen, wie alte verwachsene Feigenbäume (Curtain Fig Tree, Cathedral Fig Tree) oder tollen Wasserfällen (Millaa Millaa Falls).
Wir hatten auch das Glück ein Schnabeltier zu beobachten. Gerade denkst du noch „Tja, die sieht man ja eh nicht“ und schon schwimmt eines vobei, schaut dich an und paddelt ganz entspannt weiter.
Den Abschluss der ersten Etappe fanden wir in Mission Beach einen kleinen Campingplatz direkt am Sandstrand. Und dann gabs einen leckeren Cidre zum Sonnenuntergang. Einfach herrlich.
Cheers.

 

Kuranda - das einzige Bild ohne Chinesen!

 
 
Cape Tribulation



 








unser Zuhause

 


 
Mission Beach

 
 

RFDS (The Royal Flying Doctor Service)

2016/02/08 – Alice Springs, Northern Territory, Australia
Australienkunde am Rande: In Alice Springs haben wir das Museum des Royal Flying Doctor Service of Australia (kurz: RFDS) besucht. Wir kannten beide diesen „fiegenden Medizindienst“  von der gleichnamigen Fernsesehrie der 90er Jahre, ein Teil unserer Jugend also.
Es war spannend dann die wirklichen Fakten des Services zu erfahren:
Der RFDS ist eine gemeinnützige Institution, die für Menschen im Outback Australiens mit Hilfe von Flugzeugen ärztliche Versorgung gewährleistet oder in vielen Fällen auch per Telefon oder Funkgerät ärztliche Beratungen erteilt. Der Dienst arbeitet rund um die Uhr und ist, so lange man Krankenversichert ist, kostenfrei.
Die Idee dazu hatte 1928 der Pfarrer John Flynn, der zusammen mit seinem Freund, dem
Gründer der Fluglinie Quantas, die RFDS ins Leben rief. Bis dahin gab im gesamten Outback (7 Millionen km2) nur 2 Ärtze.
 
Heute besteht der RFDS aus 63 Flugzeuge (aus der Schweiz) an 21 Standorten mit insgesamt fast 1000 Mitarbeitern.


 

Sonntag, 14. Februar 2016

Erkenntnis der Woche 17

Erkenntnis der Woche im Northern Territory, Australien

Zivilisationstechnisch sind wir wieder in unserer Komfortzone. Die Sprache, die Supermärkte und das öffentliche Leben sind einfach wieder vertrauter. Das macht das Reisen wieder etwas einfacher für uns.
Hier in Down Under ist alles recht „EASY“. Kein Stress, wenig Bürokratie und irgendwie hat es den Eindruck als funktioniere alles etwas einfacher als bei uns. Coole Sache.

Last but not least: The force is the force of course of course.

 

In der grossen Weite

2016/01/04 – 2016/02/08 – Alice Springs, Northern Territory, Australia
Als wir in „The Alice“ ankommen merken wir, dass wir in einer anderen Welt sind. Nicht nur das Wetter ist anders (es ist nämlich nur noch heiss), auch die Stadt gleicht etwas einer „Wild West“ Stadt. Hier werden wir die nächsten Tage mit dem Camper, einem schicken „Hippie-Camper“ durch‘s Outback fahren. Und bereits die Fahrt durchs Outback ist ein tolles Erlebnis. Diese unglaublichen Weiten soweit das Auge blicken kann sind atemberaubend. Man fährt hier wirklich stundenlang geradeaus und hat so gut wie keine Zivilisation neben sich. Und ab und zu, das heisst etwa alle 30 Minuten kommt einem ein anderes Fahrzeug entgegen.
Die Nächte im Camper sind bis auf die Fliegen und die Wärme ganz angenehm. Man muss eben nur, wenn man nachts draussen herumläuft, auf die vielen grossen und vor allem kleinen Tiere achtgeben. Geri hat beispielsweise auf der Herrentoilette eine Redbackspinne (besser bekannt als Schwarze Witwe) gesehen. Uiuiui.
Das beeindruckenste in den Nächten ist jedoch der phänomenale und klare Sternenhimmel. Draussen im Outback gibt eine keine oder kaum Zivilisationslichter was die Sterne hell erscheinen lässt. Sehr imposant.
Unser erster grosser Halt war der Uluru und Kata Tjuta National Park mit dem Ayers Rock und den Olgas. Beides sind tolle und mystische Steine, die wir entweder bewandert oder bei Sonnenuntergang/-aufgang beobachten durften. Dass wir den Aufstieg auf den Ayers Rock nicht machen durften (aus kulturellen Gründen) fanden wir nicht weiter schlimm, denn der heiligste Ort der Aboroginies gehört einfach nicht den Westlern. Man weiss gar nicht, ob die Wanderung durch den roten „Backofen“ der Olgas (es war unglaublich heiss) oder das Farbenspiel des Sonnenunterganges beim Ayers Rock beeindruckender ist.
Nach wiederum 5 Stunden Fahrt durchs heisse Outback erreichten wir den Kings Canyon. Hier gabs zur Stärkung erst mal einen leckeren Kamelburger. Schmeckt toll. Nachdem wir in der Nacht unseren Müll gegen die ganzen Dingos verteidigen mussten, machten wir uns am nächsten Morgen auf in den Canyon. Und diese Wanderung war die beeindruckenste von allen Walks. Der Canyon, die Landschaft, die Weite – einfach alles atemberaubend.
Zurück in Alice Springs verbrachten wir noch eine Nacht auf dem Campingplatz und dann gings per Flugzeug weiter nah Cairns. Wieder in die Tropen. Wieder heiss. Wieder schwül. Puh. Aber wir freuen uns.
Cheers.

 

 


 
 





 
 


 






 

Mittwoch, 10. Februar 2016

The Ghan

2016/02/03 – 2016/02/04 – Darwin to Alice Springs, Northern Territory, Australia
Der Weg von Darwin ins rote Zentrum nach Alice Springs wollten wir stilgerecht im Zug erleben. Und hier im „The Ghan“ (von Afghan) merken wir erstmals wie riesig dieses Land wirklich ist. Die ca 1‘600 km  werden in etwa 24 Stunden zurückgelegt, dies in teilweise ordentlichem Gewackle. Am Fenster zieht stundenlang die gleiche Landschaft vorüber mit Blicken von schier unglaublicher Weite ohne jegliche Anzeichen auf Zivilisation. Ein tolles Erlebnis.

 


Fliegen, Fliegen, Fliegen

16/01/02 – Kakadu Nt. Park, Northern Territory, Australia
Anekdote am Rande: In Gesprächen mit ehemaligen Australienreisenden wurde uns etwas beiläufig von den Fliegen erzählt, die es ab und zu hat. Nun gut, wir haben die Reiseführer gelesen und darin auch keinen Hinweis gefunden. Als wir aber im Kakadu Nt. Park (und vor allen später im roten Zentrum) von einer unglaublichen Zahl der Biester attackiert wurden, mussten wir uns etwas einfallen lassen. Denn die Fliegen schwirren nicht nur um einen herum. Nein, die Dinger suchen sich einfach jede Körperöffnung, bevorzugt Ohren, Nase, Augen und Mund. Eine echte Qual. Neben anfänglich improvisierten Schutzversuchen haben wir uns dann auch auf die allseits bekannten Fliegennetze eingelassen.

 
erster Schutzversuch
 



Down Under

2016/01/29 – 2016/02/03 – Darwin, Northern Territory, Australia
Nach Europa und Asien folgt nun also der dritte Kontinent auf unserer grossen Reise. Australien. Als wir in Darwin landen und tief einatmen, dann merken wir, dass sich erst einmal nix geändert hat... Es ist immer noch drückend schwül, feucht und warm.
Aber natürlich ist das Land ganz anders, denn wir sind wieder in einer für uns gewohnteren, westlicheren Umgebung.
Da Australien nicht gerade als günstiges Reiseland gilt, haben wir uns für ein Apartment mit Selbstversorgung entschieden, um die 5 Tage in Darwin zu verbringen. Und die Selbstversorgung in den Supermärkten ist nicht nur einfach, sondern für uns wieder ein Erlebnis: Es gibt Bort, guten Kaffee und allerlei vermisste Dinge, wie in der Heimat. Einfach toll. Ach ja. Die Auswahl an Bier ist nun auch wieder grösser.
Darwin selber ist zwar nicht gerade eine Schönheit aber doch ganz nett. Mit der grossen Anzahl an Aboriginies und asiatischen Zuwanderern ist Darwin ein Schmelztiegel der Kulturen. Etwas traurig mit anzusehen ist die Tatsache, dass die Ureinwohner in den Städten überhaupt nicht integriert zu sein scheinen. Sie wissen mit unserer Zivilisation einfach nichts anzufangen. Sehr schade.
Obwohl wir immer wieder von teils heftigen Monsunregen überrascht werden, haben wir die Zeit in Darwin genutzt, um Ausflüge zu den Nationalparks zu machen. Mit dem gemieteten Auto ging es in den Litchfield und den Kakadu Nationalpark. Neben vielen Tieren (natürlich Kakadus, Wallabys, Dingos, …) gab es unglaublich schöne Landschaften zu sehen. Und da wir derzeit völlig ab von der Tourismussaison unterwegs sind, waren wir fast alleine im Park.
Wir sind gespannt wie es im roten Herzen Australiens weitergeht.

 
Darwin










Termitenhügel