Freitag, 14. Oktober 2016

Jede Menge Wasser - argentinischer Teil

2016/09/24 – 2016/09/27 – Puerto Iguazu, Argentina

Unser letzter Stopp in Argentinien waren die gigantischen Wasserfälle „Iguazu Falls“ an der argentinischen Grenze zu Brasilien. Also ging es wieder einmal 17 Stunden mit dem Nachtbus von Buenos Aires zur Grenzstadt Puerto Iguazu. Hier befindet sich auch das Dreiländereck zwischen eben Argentinien und Brasilien sowie Paraguay. Die Stadt selber war nett, aber doch recht touristisch, wo vor allem Touristen aus dem benachbarten Brasilin anreisen.

Die Hauptattraktion, die Wasserfälle, wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, und so sind wir mit dem örtlichen Bus dorthin gefahren. Das Ganze war zwar etwas wie im Europapark aufgebaut (Es gab sogar eine kleine Eisenbahn, die die verschiedenen Ebenen miteinander verband). Da wir aber in der Nebensaison waren, waren die Menschenmassen erträglich. Die Wasserfälle selber sind gigantisch. Egal von welchem Ort man auf die Fälle schaut, es sieht immer toll aus. Stürzende Wassermassen und schimmernde Regenbögen wechseln sich ab und immer sieht es etwas anders aus. Der Höhepunkt war dann, als wir direkt über dem „Garganta de Diablo“, also dem Teufelsschlund standen, da bleibt einem die Spucke weg. Es ist ohrenbetäubend laut und die Wassermenge, die pro Sekunde in den Schlund rauscht, ist kolossal. Die Fälle sind ein echtes Naturspektakel.

Argentinien ist auf alle Fälle ein superschönes und vielseitiges Land, das wir sehr genossen haben.

Als wir mit dem Bus die Grenze zur brasilianischen Nachbarstadt Foz do Iguassu überquerten und somit unser letztes Reiseland betreten hatten, wurde uns langsam klar, dass unsere tolle Reise bald enden wird. Natürlich kommen diese Gedanken nur kurz, wollten wir doch Brasilien nochmal richtig geniessen, aber sie kamen langsam.


Dreiländereck Argentinien (links), Paraguay (hinten) und Brasilien (rechts)



Imposante Iguazufälle





Nasenbären oder "Coatis" waren überall





Der "Garganta del Diablo" oder Teufelsschlund











Mate-Tee-Eis - herb und lecker







Freitag, 7. Oktober 2016

Erkenntnis der Woche 48

Erkenntnis der Woche in Buenos Aires, Argentina

Unsere dürftigen Spanischkenntnisse sind in Argentinien nahezu nutzlos. Nicht, dass hier kein Spanisch gesprochen wird, aber das Problem ist, dass die Argentinier eine, sagen wir einmal, spezielle Aussprache haben. Wörter, die wir geglaubt hatten zu kennen werden hier so komisch betont, dass wir nichts verstehen. Dann hilft manchmal nur blöd kucken und hoffen, dass der Argentinier etwas verständlicheres Spanisch mit uns sprich.


Gauchos sind keine Cowboys!. Das Einzige was sie gemeinsam haben ist, dass sie auf Pferden reiten und mit Rindern zu tun haben. Der Cowboy gibt sich extrem selbstsicher und sitzt cool auf dem Pferd. Ausserdem ist er typischerweise ein Weisser. Die Gauchos sind die Nachkommen von weissen Einwanderern und Indianern. Sie sind immer zurückhaltend, hilfsbereit und wirken etwas schüchtern, was sie aber nicht sind. Jemandem einen „gauchada“ gewähren, bedeutet zum Beispiel, dass man seinem Gegenüber einen Gefallen erweist, ohne dass derjenige sein Gesicht verliert. Beim Gaucho geht es um Ehre und Stolz.

Gauchos und Geborgenheit

2016/09/22 – San Antonio, Argentina

Eine wunderschöne Tagestour machten wir nach San Antonio und zu einer Estancia aufs Land. Der Ort liegt etwa 2 Stunden von Buenos Aires entfernt und wir wurden früh morgens direkt von unserem Apartment abgeholt. Zwar hatten wir eine Gruppenreise gebucht, aber aufgrund der Nebensaison waren wir dennoch nur zu Zweit – super. Unser Fahrer war sehr kommunikativ und redete die komplette Fahrt über, was aber echt unterhaltsam war.

Unser lokaler Guide in San Antonio, Juan-Manuel, war auch ein sehr interessanter und kommunikationsfreudiger Mensch. Er wusste nicht nur viel über die Gauchokultur, er philosophierte mit uns über Gott und die Welt und hatte sichtlich Spass an uns (wie auch wir an ihm). Er hatte zudem sehr viel Spass an der deutschen Sprache (die er zwar nicht wirklich sprechen konnte, aber einige Worte in die Gespräche einbaute), so dass er immer  wieder Wörter wie „Geborgenheit“ und „Zufriedenheit“ sagte. Wenn man darüber nachdenkt, tatsächlich schöne Worte.

Neben der Innenstadt von San Antonio und einem typischen Silberschmied zeigte uns Juan noch eine Schokoladenmanufaktur. Dann ging es auf die Estancia aufs Land und hier schlug das Klischee dann endgültig zu. Weite Felder mit Rindern, ein Gaucho, der die Pferde zur Koppel führt und ein riesiges Landhaus – kitschig, aber wunderschön. Nach einem kleinen Umtrunk begrüsste uns der Besitzer Diego, ein guter Freund unseres Guides und später kletterten wir auf die Pferde, um mit den Gauchos einen kleinen Ausritt zu machen. Zum Mittagessen gab es, wie könnte es anders sein, ein typisch, argentinisches Grillbuffet mit Blutwurst und extrem leckerem Angus. Das war definitiv nix für Vegetarier.

Zwar war vieles für die Besucher vorbereitet, jedoch leben die Gauchos wirklich so und alles wirkte echt. Sie tragen beispielsweise die Kleidung (Plunderhosen, Barrett) auch in der Freizeit und nach dem Touristenprogramm ging es für die Männer wieder raus auf die Weide. Juan Manuel erzählte uns, dass die jungen Gauchos manchmal ihr Pferd gegen ein motorisiertes Pferd, also ein Motorrad, wechseln – um den Mädels im Dorf zu imponieren. Die lassen sich nämlich nicht von dem romantischen Gauchoklischee beeindrucken. Überhaupt, wie die Gauchos mit den Pferden umgehen, war einzigartig, da sie eine ganz besondere Beziehung zu den Tieren aufbauen. Nicht mit der Knute wie die spanischen Inquisitoren, sondern mit Reden und Gesten (Robert Redford lässt grüssen).

Zum Abschluss nahm uns unser Guide noch mit zu sich nach Hause und zeigte uns mit Stolz sein schönes zu Hause, was normalerweise nicht passiert. Aber Juan Manuel erfreute sich so an unserer Geschichte, dass er uns später nochmals schrieb, wie viel Spass er mit uns hatte und dass er sich freut ein klitzekleines Teilchen unserer Reise sein zu dürfen. Ein toller Mensch können wir da auch nur sagen.
Es war ein wunderschöner Tag in San Antonio - Danke Juan Manuel, Pedro und Diego.



San Antonio ist argentinische Gaucho-Tradition

Juan-Manuel unser toller Guide


Die Estancia







Der Pferdeflüsterer



Rezept 29, Buenos Aires, Argentinien

Rezept Buenos Aires, Argentinien

Alfajores con dulce de leche

Als Dessert machten wir mit Manuel die typischen „Alfajores“. Die süssen Dinger passen ausgezeichnet zu dem herben Mate-Tee, aber auch zu Kaffee. Lecker.



Fertige "Alfajores" mit "Dulce de Leche"

Rezepte:




Rezept 28, Buenos Aires, Argentinien

Rezept Buenos Aires, Argentinien

Choripan con papas andeas y salsa Chimichurri y salsa criola

In Buenos Aires hatten wir wieder einmal Lust auf einen Kochkurs und so buchten wir einen Kurs in argentinischem Streetfood. Eigentlich sollte der Kurs in einer Gruppe stattfinden, letztlich waren wir aber mit unseren beiden „Lehrmeistern“ alleine. Manuel und Veronika waren sehr herzlich und zeigten uns neben den Rezepten noch viele andere Sachen. Es gab eine kleine Weinprobe mit zwei argentinischen Weinen und wir ernten das Mate-Ritual kennen. Nachdem unser erster Selbstversuch etwas schief ging und der Tee extrem bitter schmeckte (wir gossen den Tee mit zu heissem Wasser auf), war der Mate bei Veronika gut zu geniessen. Der Mate-Tee ist sowieso eine lustige Sache, da in Argentinien nahezu jeder mit einem Matebecher und einer Thermoskanne mit heissem Wasser herumrennt und das Zeug überall trinkt.

Zum Essen gab ein ein „Choripan“, das typische Strassenessen in Buenos Aires. Wir machten bis auf die Wurst (=Chorizo) alles selber, sogar das Brötchen. Dies bedeutete viel Backarbeit für uns beide, aber es machte sehr viel Spass. Und vor allem das Essen machte viel Spass, da es sehr, sehr lecker war.


Yerba Mate - das Nationalgetränk






Das fertige "Choripan" mit den "Papas Andeas"


Manuel, Karin y Veronika

Rezepte: